Film


Open Air Sommer-Kino & Kulturfilmreihe

Kulturfilm

„Heinrich Heine - Die zweite Vertreibung aus dem Paradies“

Fruchtmann zeichnet Heine als Prototyp der Moderne, eines freien, selbstbestimmten Autors, der sich von allen Traditionen lossagt.

Sonntag, 8. Mai 2022 - 18..00 Uhr

Der Eintritt ist frei. Etwaige Spenden kommen der Vereinsarbeit zugute.

 

Eine Anmeldung ist nicht notwendig!

Einlass ab 17.30 Uhr.

 

Regie Karl Fruchtmann / Kamera Günther Wedekind

Die Kulturinitiative Sottrum zeigt am 8. Mai, dem Gedenktag an das Ende des 2. Weltkrieges den 1.Teil des für Radio Bremen produzierten Spielfilms. 

 

 

Aus dem Text von Prof. Karl Prümm:

 

"Karl Fruchtmann deutet im Film eine Chronologie der Lebensweise von Heine zwar an, 

aber weit wichtiger ist ihm eine systematische und essayistische Annäherung, 

ein Herausarbeiten zentraler Aspekte von Leben und Werk:

1825 Übertritt zum Protestantismus;

1830 Aufenthalt an der Nordsee während der Pariser Juli-Revolution;

Die Auseinandersetzung mit seinem Onkel Salomon; sein Kontakt zu den Saint-Simonisten; 

1834 die Bekanntschaft mit Crescentina Eugénie Mirat, die er 1841 heiratete und ‘Mathilde‘ nannte; 

1844 seine Auseinandersetzung mit Karl Marx.

 

Fruchtmann entwickelt ein collageartiges Verfahren, ein lockeres Textgewebe unterschiedlicher Darstellungsmodi und Inszenierungsweisen, das der Formenvielfalt der Heine-Texte in idealer Weise entspricht. Sogar die literaturwissenschaftlichen Heine-Spezialisten zollen ihm höchste Anerkennung.

Fruchtmann zeichnet Heine als Prototyp der Moderne, eines freien, selbstbestimmten Autors, der sich von allen Traditionen lossagt.

 

Heinrich Heine war einer der ersten Autoren der Moderne, der den Lesern seine Träume offenbarte. Entsprechend lässt der Regisseur Karl Fruchtmann Heine als Rebell und auch als Prophet in ein 20. Jahrhundert der großen Kriege und der Massenmorde blicken.

 

Der Film zeichnet sich durch eine Bildgewalt aus, die sich weitgehend auf Interieurs beschränkt und im intimen Rahmen eines Kammerspiels agiert. Die Kamera von Günther Wedekind schafft allegorische Bilder von suggestiver Aussagekraft.