Theatergruppe Leporello


2021 - Endlich, es geht weiter!

Wir proben wieder, live und in Farbe im HuK (Heimat- und Kulturhaus) in Hellwege, denn für das Jahr 2022 planen wir die Umsetzung eines besonderen Theaterprojekts „on the road“. Eine wilde Theater-Reise zum Thema Freiheit.

 

Als Rahmen, in den wir dieses abstrakte Thema fassen wollen, nutzen wir das Filmgenre Roadmovie und übersetzen dieses in einen bühnentauglichen Plot. 

Da die Handlung eines klassischen Roadmovies überwiegend auf der Straße spielt und sich inhaltlich mit dem Losfahren, Unterwegssein und schlussendlich dem irgendwie Ankommen beschäftigt, eignet sich dieses Genre besonders als Stilmittel, denn die Reise selbst wird dadurch zur Metapher für die Suche nach Freiheit. 

 

Wie es sich für einen Roadmovie gehört, wird also auch in unserem Theaterprojekt der Weg das eigentliche Ziel sein und dieser wird für die Protagonist*innen der Geschichte kurvenreich, voller Sackgassen und von Schlaglöchern gespickt werden.

 

Mäandernde Handlungsstränge, beispielsweise durch Entführungen, Liebesgeschichten, Fettnäpfchen oder Unfälle herbeigeführt,  werden die Zuschauer weit weg von ihrem Alltag auf eine skurrile Reise mitnehmen.

 

Auch in unserer neusten Produktion wird es viel Live(-Musik), einige Kurzfilme und wechselnde Spielorte geben.

 

Das Stück wird im September und Oktober 2022 an sechs Terminen auf dem Gelände des Hartmannshofs in Rotenburg aufgeführt. 



Künstlerische Leitung/ Regie

Die Theaterpädagogin und Regisseurin Ramona Schmalen führt seit 2014 Regie für die Theatergruppe Leporello.  Unter ihrer künstlerischen Leitung entstanden die Stücke „Schweine auf Burg Clüver“,  „Der Traumreisende. Zwischen den Welten“ und  „Maienluft -Ein Moorkrimi“.

Zudem leitet sie im JuB! (Junges Theater Bremerhaven)  ein generationenübergreifendes Theaterlabor, dessen Inszenierungen einmal jährlich im Programm des Stadttheater Bremerhavens gezeigt werden.

 

Auch im Gebiet Performance und Straßenkunst wirkt sie unter anderem als Mitglied der Bremer Künstlergruppe „Stelzen - Art“, die mittlerweile weltweit auf Straßenfesten und Paraden zu sehen sind. 

In der freien Bremer Theaterszene wirkt sie unter anderem im Künstlerkollektiv  „Le Mercredi Bleu“ oder bei den jährlichen Aufführungen der „Theaterwerkstatt der Hochschule Bremen“ sowohl als Kostüm- und Bühnenbildnerin, als auch als Schauspielerin mit. 2018 übernahm sie die künstlerische Leitung des Stadtteilprojektes „Hemelinger Kulturwelten“ und entwickelte mit über 60 Beteiligten ein Theaterstück, indem Kulturschaffende des gesamten Stadtteils zusammen performten.

 

 

 

Die Spieler

Wir sind eine Laiendarstellergruppe mit Mitgliedern aus Sottrum und Umgebung, die unter dem Dach der Kulturinitiative Sottrum e.V. jedes Jahr ein selbst geschriebenes Theaterstück auf die „Bühne“ bringt. Angelehnt an das Leporello, ein vielseitiger theatraler Bilderreigen, gestalten auch wir theatrale Bilder, die sich durch ihren Reichtum an Abwechslung auszeichnen.

 

Nicht nur die mannigfaltigen Themen und Zeiten, mit denen wir uns beschäftigen, sondern auch die verschiedenen poetischen Orte, die wir bespielen, machen jedes unserer Stücke zu einer einzigartigen Theaterreise. Meist entführen wir unsere Zuschauer mit unseren Geschichten in historische Bilder, oftmals mit regionalem Bezug oder verknüpfen gesellschaftsrelevante Themen mit selbst gezeichneten Phantasiewelten.

 

Dabei spielen wir immer unter freiem Himmel an Orten, die ein besonderes Erscheinungsbild oder eine Geschichte haben und somit unsere und auch die Phantasie des Zuschauers von Anfang an aktivieren. So werden die kulturellen Schätze unserer Umgebung auf kreative Weise aufgearbeitet und fern von ihrer alltäglichen Betrachtung wiederbelebt.

Die Zuschauer andern dabei, von leitenden Figuren geführt, von einem fesselnden Ort zum nächsten und betrachten die lebendigen Bilder, die in ihrer Gesamtheit einen Bilderreigen, eine Geschichte, ergeben.

 

Dieses Konzept befreit das Theater ganz natürlich von seiner klassischen vierten Wand, es macht den Kontakt zwischen Spielern und Zuschauern lebendig und schafft es folglich, dass die Zuschauer den Theaterabend als erlebte Reise passieren lassen, da sie die bequeme Rolle des konsumierenden Zuschauers auf seinem Stuhl gegen einen aktiven mitreisenden Part eintauschen.  



Wir präsentierten in 2019

SPECTACULUM POST MORTEM

Eine Theaterreise in die Zukunft

SPECTACULUM POST MORTEM - Theater Leporello 2019 -------                     Foto: André Wieding
SPECTACULUM POST MORTEM - Theater Leporello 2019 ------- Foto: André Wieding

Inhalt

Vor zahllosen Generationen brach die große Dunkelheit über der Menschheit ein, die das Leben, so wie wir es kennen, ausgelöscht hat. Die Menschen, die sich seitdem mühsam eine neue Zivilisation aufgebaut haben, leben ohne Strom und fließendes Wasser. Alle unsere technischen Errungenschaften gehören der Vergangenheit an und existieren nur noch als Legenden einer verlorenen Ära in den Geschichten der neuen Menschen.

 

Innerhalb dieser Zivilisation hat sich eine eigentümliche Gemeinschaft von Menschen etabliert, die als Fahrendes Volk von Dorf zu Dorf zieht. Sie bieten ein Spektakel dar, welches Musik, Tanz, allerlei Absurditäten, als auch das Erzählen von Geschichten aller Zeiten umfasst.

 

Nun ereignet es sich, dass das Fahrende Volk in unserem Dorf verweilt und fatalerweise genau zu dieser Zeit alles auf eine Vergiftung des Dorfbrunnens, der einzigen verlässlichen Wasserquelle in der gesamten Umgebung, hinweist. 

Für die meisten Bewohner ist das fremdartige Fahrende Volk als Sündenbock schnell ausgemacht und der Konflikt brodelt immer weiter hoch. 

 

Aber auch innerhalb der Dorfgemeinschaft verhalten sich einige Mitglieder verdächtig. Um den Frieden wieder herzustellen, muss ein Schuldiger gefunden werden, dem die Höchststrafe, die Verbannung, droht, die in der lebensfeindlichen Umgebung zumeist einem Todesurteil gleichkommt.



Unsere Arbeit 2019 auf einen Blick

Die seit 2003 bestehende Theatergruppe Leporello inszeniert jährlich, unter der Leitung einer professionellen Regie, eine Theaterreise, die das Publikum mit allen Sinnen erleben lässt. So finden sich die Zuschauer anstatt in ordentlichen Stuhlreihen vor einer klassischen Bühne, inmitten eines lebendigen, atmosphärischen Ortes, meist unter freiem Himmel, wieder. Und da sich eine Theater - Reise immer an mehr als nur einem Ort ereignet, wandert das Publikum, von leitenden Figuren geführt, den Schauplätzen der Handlung hinterher.

 

Die Geschichten für unsere Stücke liefern uns die zeitgenössischen oder historischen Geschichten der Menschen der Region, die Themen, die sowohl unsere Spieler als auch die Zuschauer beschäftigen und interessieren und die Orte, an denen wir spielen. Aus diesem Potpourri an Inspirationen erwächst in einem kreativen Arbeitsprozess ein vollkommen neues Stück, zugeschnitten auf Spieler, Zuschauer und Spielort. 

 

In dieser Spielsaison 2019 werden wir im HuK (Heimat- und Kulturhaus) in Hellwege eine Reise in die Zukunft nach einer von den Menschen herbeigeführten Apokalypse wagen und dabei die Vergangenheit des Ortes als Inspirationsquelle nutzen.

 

Hellwege war in seiner Historie, wie der Name bereits vermuten lässt, von Anfang an ein Ort, an dem sich Menschen ansiedelten, um von den Handelswegen oder auch den „hellen Wegen“ genannt, die hier entlangführten, zu profitieren. In Folge dessen war Hellwege bereits zu sehr frühen Zeiten ein Treffpunkt von Menschen unterschiedlichster Coleur. Auch heute zeichnet sich der Ort durch sein vergleichsweise großes Angebot an Kultur und Gastronomie aus und sowohl die Bewohner, als auch die Gemeindemitglieder sind Projekten, wie beispielsweise unserem, sehr zugewandt.

 

Genau diese historische Funktion Hellweges, als Ort der Durchreise und des Treffpunkts, greifen wir in unserer neuen Produktion auf. Auch wenn unser fiktives Dorf, der Ort des Geschehens,  nicht mehr Hellwege heißen wird, wird es, wie sein Vorbild, an einem vielbereisten Weg liegen und ein Treffpunkt für Reisenden, wie beispielsweise das Fahrende Volk, sein.

 

Da unsere Geschichte in einem postapokalyptischen Zeitalter spielt, indem es weder Strom noch fließendes Wasser gibt, ist auch die Lebensweise der Menschen sehr ursprünglich. Das Dorf versorgt und verwaltet sich selbst und jedes Mitglied hat seinen wichtigen Platz innerhalb der Gemeinschaft.

Um authentische Bilder für diese Lebensweise zu finden, wird sich die Theatergruppe auch hier intensiv mit historischen Vorbildern beschäftigen. D.h. jede Spielerin und jeder Spieler nimmt sich einen Aspekt des alltäglichen Lebens ohne unsere technischen Errungenschaften vor, beispielsweise einen handwerklichen Beruf in seiner Ursprungsform. Wir lassen diesen in unsere Proben einfließen, indem wir diesen nachspielen, Museen besuchen, Experten einladen, etc.. Dabei legen wir unser Augenmerk auf überlieferte Praktiken aus unserer Region.

 

Da unsere postapokalyptische Gemeinschaft keine Kopie historischer Vorbilder sein soll, werden wir in Folge dieser ausführlichen Recherchen Wege finden diese Vorbilder in den Zukunftskontext zu setzen.

 

Dem dörfischen Leben gegenüber stellen wir eine sehr konträre Gemeinschaft, das Fahrende Volk. Um dieses zu gestalten, werden die SpielerInnen ebenfalls ihren Horizont auf verschiedene Arten erweitern. Geplant sind Workshops zu verschiedenen Disziplinen, wie beispielsweise Feuerspucken, Sandmalerei, Akrobatik, Stelzenlaufen, Gesang, Tanz, Jonglage.

 

Dies werden wir einerseits unter der Leitung der Regisseurin realisieren, die unter Anderem als Straßenkünstlerin und Schauspielerin einiges an Erfahrung mitbringt. Andererseits werden wir durch unsere Kooperationen das geplante Spektakel des Fahrenden Volkes bunt und vielfältig gestalten.

 

Auch das Fahrende Volk übersetzen wir in den Zukunftskontext und werden in unserem Spektakel beispielsweise das Leben vor der Apokalypse, die Apokalypse selbst und die Entstehung neuen Lebens nach der Apokalypse, aus der Sicht der zukünftigen Menschen, darbieten. 

 

Diese beiden fundiert erarbeiteten und in die Zukunft übersetzten Gesellschaftsformen betten wir schließlich in eine spannungsreiche Geschichte ein, die im Vordergrund der Inszenierung stehen wird.

 

Liebevoll, nachdenklich, spannend und zuweilen auch komisch bis absurd wird diese postapokalyptische Tragikomödie von der TheatergruppeLeporello in einer Inszenierung von B.A. Theaterpädagogin und Regisseurin Ramona Schmalen gezeigt.



Die Theatergruppe LEPORELLO präsentierte 2018:

MAYENLUST

Ein Moorkrimi

Ein kleines Dorf in Norddeutschland, auf den ersten Blick kaum von anderen Dörfern zu unterscheiden, wird Schauplatz eines ritualisierten Mordes. Auf den zweiten Blick jedoch birgt genau dieses Dorf ein dunkles Geheimnis. Von der verschrobenen Dorfgemeinschaft seit Jahrhunderten gepflegt, droht, mit dem Fund dieser Leiche im nahegelegenen Moor, ebenfalls das Geheimnis langsam aus der schwarzen

Schlacke empor zu wabern. Das ohnehin bereits modrige Idyll zersetzt sich vollends, als eine burschikose Kommissarin mit einer esoterisch angehauchten Archäologin im Schlepptau in das Dorf einfällt und sie den Bewohnern gnadenlos auf den Leib rücken. Die Gemeinschaft zerfällt, es bilden sich Lager, Beschuldigungen werden laut, Verdachtsfälle erhärten sich. Und auch die Toten scheinen den richtigen Moment zu wittern, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

In diesem Chaos betritt eine Kultur - Kommission die Bühne, um zu ermitteln, ob der in diesem Dorf vor Jahrhunderten entwickelte Blaudruck, das Prestige anerkanntes Kulturerbe zu werden, verdient. Doch das hier nicht nur die gefundene Leiche faul ist, ist mittlerweile für alle ersichtlich. Die bekannte Dorf -Welt ist aus den Fugen geraten, doch letztendlich muss das Geheimnis gehütet werden, warum also nicht über Leichen gehen?

 

Wir hoffen Sie haben sich warm eingepackt, tragen festes Schuhwerk, haben Regenschirme und vielleicht auch Decken mitgebracht, denn gleich beginnt die Wanderung

ins dunkle Moor…

 




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