Wenn sich im HuK die Decke lichtet - VLADIMIR VALDIVIA

Machen wir es kurz: Sie haben etwas verpasst, wenn Sie bei diesem Klavierabend nicht dabei waren! Wie schon beim letzten Konzert vor drei Jahren hat Vladimir Valdivia auch gestern sein Publikum Schritt für Schritt behutsam und vorsichtig abgeholt und in höhere Sphären geführt. Zeitweilig schien der Raum in unendliche Weiten geöffnet. 

 

Der Bösendorfer Flügel war zuvor von Ulrich Helmich perfekt gestimmt worden und schien mit seinem warmen und weichen Klang wie gemacht für Valdivias sensibles Spiel.

 

Der Meister des sanften und doch kraftvollen Ausdrucks begann mit Bekanntem: "Für Elise", das Albumblatt von Ludwig  Beethoven, das, wenn nicht aus dem evtl. eigenen Klavierunterricht, doch wenigstens vom Hören allen im Saal geläufig war.

 

Wenig Show, dafür Intensität und Auskosten von Klang und...Stille.  Man hätte eine niederfallende Nadel zwischen den Stücken hören können. Valdivia führte die Zuhörer (die Jüngste war 9 Jahre und über 90 Minuten vollkommen konzentriert) von einem Klangerlebnis zum nächsten. Die Komplexität der Stücke nahm dabei zu und gipfelte in dem leidenschaftlichen "Asturias" von Isaac Albeniz.

 

Erst nach 3 Zugaben lies das Publikum Valdivia gehen, um ihm danach einzeln und persönlich zu gratulieren.

 

Wunderschöner Abend und ein begeistertes Publikum.

 

T.S.