Artem Yasynskyy spielt "Konzert des Moments" für die Ukraine

Wir stehen noch unter dem Eindruck eines unglaublich kraftvollen und bewegenden Konzertes, das Artem uns geschenkt hat. Etwa 100 Zuhörer:innen hatten sich im Forum des Gymnasium Sottrum am gestrigen Abend eingefunden um das Benefizkonzert zugunsten von UNICEF/Ukraine anzuhören. Dabei auch solche, die mit Klassik weniger etwas anfangen können und zunächst aus reiner Solidarität dabei waren. Doch so gut wie niemand blieb unberührt von der Spielkraft und Inspiration, mit der der ukrainische Pianist die Werke auf den Tasten "lebte".

 

Kein schmeichlerisches Programm für Konzertanfänger, sondern musikalische Großartigkeit in Vollendung wurden hier geboten. Bach/Busonis "Toccato und Fuge" lösten im ersten Teil, tosend wie eine Atlantikwelle, was immer an innerem Festgehaltensein existiert haben mochte und ebneten so den Weg für den zweiten Teil mit weniger bekannten Stücken und musikalisch komplexen Klängen. Darunter Prelude und Fuge in F-Dur des zeitgenössischen, ukrainischen Komponisten Myroslav Skoryk-Kolomiyka und "L'Oeuvre de Piano" von Jehan Alain.

Fotos: Bettina Diercks
Fotos: Bettina Diercks

Höhepunkt des Abends war die "Appassionata" - Beethovens Sonate Nr. 23, op57 in f-moll, die unter den virtuosen Fingern von Yasynskyy zu einem erhebenden, fast spirituellen Erlebnis wurde. Das Publikum bedachte ihn darauf hin mit Standing ovations.

 

Auch die sanfte Landung seiner Hörerschaft im "Hier und Jetzt" vergaß der Künstler nicht, indem er das Publikum in der folgenden Zugabe aufforderte, 4 Töne zu nennen.

Es wurden C, A, Ces und G genannt - und schon verwandelten sich diese Töne in eine Melodie und die Melodie in eine wundervolle Improvisation, voller Leichtigkeit und doch mit enormer Tiefe - geboren aus dem Moment.

 

Dass der Flügel im Gymnasium Sottrum trotz aktueller Stimmung kein B3 Ton hervorbringen konnte, war vielen kleinen Gründen geschuldet. Der Pianist hat aufgrund dessen sein geplantes Programm kurzerhand auf Stücke umgestellt, die die Verwendung von B3 selten oder gar nicht beinhalten... - wie kann man das im Kopf haben??? Das Publikum hat jedenfalls nichts bemerkt.

 

Dieser Event hat gezeigt: da ist Potenzial, da ist Wille und Lust an der Zusammenarbeit für die Kultur in Sottrum, generationsübergreifend und politisch unabhängig, wenn es denn um die richtigen Dinge geht. In diesem Falle war es ein Benefizkonzert für die Ukraine. Samtgemeinde, Gymnasium Sottrum und Kulturinitiative haben unkompliziert und gut zusammengewirkt und ein tolles Ergebnis erzielt. Und da geht noch mehr!

 

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Herrn Pals, seinem Team und Jan Becker vom Gymnasium Sottrum,

den helfenden Schüler:innen, der Samtgemeinde Sottrum, Dörte Ahlenstorf (Kahrs Floristik) für die Blumendeko und natürlich allen,

die durch ihren Kartenkauf oder eine Spende die Summe von rund 2.500 Euro zusammengebracht haben.

 

 

Wir freuen uns darauf, Artem im November im Heimat- und Kulturhaus Hellwege wieder zu hören.

 

T.S.